BVDN-Jahrestagung: Keine Angst vor der Angst - Therapie der Angststörungen

Mehr als 50 niedergelassene Neurologen und Psychiater aus Baden Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen bildeten sich Ende November in der Rhein-Jura Klinik zum Krankheitsbild der Angststörungen fort. Mit einem anderthalbtägigen Veranstaltungsformat ging der Landesverband der niedergelassenen Neurologen und Psychiater (BVDN) neue Wege: inhaltlich sollte das Krankheitsbild von vielen Seiten her beleuchtet werden und die aktuellen Therapiestandards umfassend dargestellt werden. Die Gelegenheit zu fachlichem Austausch mit anderen Teilnehmern und Kollegen kam dabei nicht zu kurz.

BVDN Jahrestagung in der Rhein-Jura Klinik

Dr. med. Eckhart Dannegger aus Lörrach als Mitglied des Landesvorstandes des BVDN Baden-Württemberg initiierte die Jahrestagung und erarbeitete gemeinsam mit Dr. med. Andreas Jähne, dem ärztlichen Direktor und Sabine Pirnay-Kromer, der kaufmännischen Direktorin der Rhein-Jura Klinik das Fortbildungskonzept. Die Rhein-Jura Klinik verfügt über intensive Erfahrungen bei der Organisation von Fortbildungen und Workshops, und stellte Räumlichkeiten und logistische Unterstützung zur Verfügung.

Mit einem kompakten und informativen Überblick über den Aktuelle Forschungsstand von Ursachen und leitliniengerechten Therapiestandards der Angststörungen leitete Prof. Dr. Dr. Katharina Domschke aus der psychiatrischen Universitätsklinik Freiburg die Tagung ein. Darüber hinaus hatten die Teilnehmer Gelegenheit, aus einem von 3 parallel veranstalteten Workshops ihr Wissen um die Therapie der Angststörungen zu vertiefen.

So war der Umgang mit Angstsymptomen bei traumatisierten Patienten ein stark nachgefragter Workshop von Dr. Jörg Angenendt von der psychiatrischen Universitätsklinik Freiburg. Dr. Christian Klesse aus der Rhein-Jura Klinik stellte Konzepte zur Expositionstherapie bei Angststörungen vor, ein Thema das für viele Teilnehmer zwar selbstverständlich erschien, aber im Detail und bei der Durchführung intensiv zum Austausch von Erfahrungen anregte. Die Workshops zur Psychoedukation bei Angststörungen durch Ramona Prins aus Bad Dürkheim wurde als hilfreicher Überblick zur Führung und Leitung von Patienten wahrgenommen. PD Dr. Ulrich Frommberger (Klinik an der Lindenhöhe, Offenburg) stellte die nicht einfache Frage, wie pharmakologische Therapie mit Psychotherapie in der Behandlung der Angststörungen miteinander zu verbinden sind und eröffnete damit eine intensive Diskussionsrunde. Jeweils am Vormittag und am Nachmittag konnten die Teilnehmer in einem Workshop über den Zugang der Ebene des Körpers einen lebendigen Eindruck von der Wirksamkeit der Körpertherapie bei Angsttherapie machen, außerhalb der reinen medizinischen und psychotherapeutischen Behandlung. Mitarbeiter der Fachtherapie der Rhein-Jura Klinik unter Leitung von Dipl. Psych. Sabine Zimmermann stellten Konzepte zur Selbstbehauptung, zur Körperwahrnehmung und zur Selbstwirksamkeit dar. Techniken wie Eskrima, Balanceübungen und Slackline, Bogenschießen und Selbstverteidigung wurden vorgestellt und fanden bei den Teilnehmern großen Anklang.

Die Teilnehmer äußerten sich begeistert vom hohen fachlichen Niveau und der Vielfalt der dargebotenen Veranstaltungen zu Angststörungen, die mit 11 CME Fortbildungspunkten von der Ärztekammer Südbaden zertifiziert waren. Weil die Veranstaltung in diesem neuen Format auf so großen Anklang stieß, ist geplant dieses im nächsten Jahr fortzusetzen und sich weiteren wichtigen Themen für den Praxisalltag zu widmen. Die Mobilisierung der Mitglieder für gemeinsame Fortbildungen und Austausch gilt als wichtigstes Ziel des BVDN, um künftig auch für jüngere Ärzte in der Facharztfortbildung attraktiver zu werden.

Mehr Informationen zu Angststörungen unter www.rhein-jura-klinik.de/angst und zum Landesverband des BVDN www.bvdn-bawue.de.

Wenn Sie Interesse an Handouts oder Folien zu den Vorträgen haben, senden Sie eine Mail an das Direktionssekretariat der Rhein-Jura Klinik direktionssekretariat@rhein-jura-klinik.de