Rhein Jura Klinik Glossar

Abhängigkeitserkrankungen (Alkohol, Medikamente u.a. nichtstoffliche Süchte)

Abhängigkeitserkrankungen oder Suchterkrankungen treten als sog. stoffgebundene Abhängigkeitserkrankungen des legalen (Alkohol und Medikamente) und illegalen (Opiate, Kokain, Cannabis, Amphetamine u.ä.) Spektrums auf. Daneben gibt es nichtstoffliche Suchterkrankungen wie Internetsucht, Sexsucht, Kaufsucht, Spielsucht, Computersucht. Alkoholgefährdung / Alkoholabhängigkeit, Medikamentenabhängigkeit, Missbrauch von illegalen Drogen und die anderen Süchte haben vielfältige Ausprägungen. Allen gemeinsam ist, dass sie den Betroffenen in einen Teufelkreis aus verlangen nach dem Suchtstoff zur Befriedigung, Kontrollverlust, Fortführung des schädigenden Verhaltens, soziale Isolierung bis hin zum finanziellen Ruin bringen.


Acceptance- und Commitment-Therapie ACT

Die Acceptance- und Commitment-Therapie (ACT), von Steven Hayes entwickelt, ist ein störungsübergreifender Ansatz, der nicht direkt darauf abzielt, Symptome zu beseitigen oder Störungen zu korrigieren. Ziel der ACT ist es vielmehr, durch achtsame Akzeptanz und engagiertes Handeln mehr psychische Flexibilität bei Patienten zu entwickeln.

Die ACT geht davon aus, dass die permanente Beschäftigung mit ihren Symptomen und die auf ihre Beendigung ausgerichteten Bemühungen Patienten von dem, was sie eigentlich mit ihrem Leben anfangen möchten, wegführen. Entsprechend sollen sie lernen, mit mehr Freundlichkeit auf ihr ungewolltes inneres Erleben (z.B. Angst, Sorgen, Depression und anderen Belastungen) zu reagieren – und sich gleichzeitig auf die Verfolgung von Lebenszielen zu konzentrieren, die dem Symptommanagement zum Opfer gefallen sind. Die ACT-Therapeuten der Rhein-Jura Klinik unterstützen ihre Patienten dabei, wie sie sanft mit ihren Gefühls- und Gedankenbarrieren und mit Hindernissen bei der Einhaltung von Handlungsvorsätzen umgehen können. Hierzu werden erfahrungsbezogene Übungen, Metaphern, Achtsamkeitstechniken und Programme zur Verhaltensaktivierung eingesetzt.

Die ACT gehört zu den so genannten Third-wave-Therapien innerhalb der Kognitiven Verhaltenstherapie und macht sich ebenso wie die Dialektisch-behaviorale Therapie der Borderlinestörung oder die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie zur Rezidivprophylaxe depressiver Störungen Achtsamkeitstechniken zunutze.


Affektive Störungen

Depressionen und manisch-depressive Störungen, die so genannten affektiven Störungen, sind häufige Krankheitsbilder. Sie können in jedem Alter auftreten. Rund 15% der Bevölkerung leiden zumindest einmal in ihrem Leben an einer affektiven Störung, welche teilweise erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität und das Sozialleben der Betroffenen haben. Häufig treten affektive Störungen zusammen mit anderen psychischen Störungen wie Angststörungen, Suchterkrankungen und anhaltende Schmerzen auf.
Affektive Störungen gehören zu den psychischen Störungen, die in der Regel erfolgreich behandelt werden können.


Angststörungen / Panikstörungen

auch krankhaft gesteigerte Angst genannt, z.B. generalisierte Angststörung, Angstneurose, Panikstörung, Phobie, psychotische Angststörung (z.B. bei Schizophrenie, endogener Depression; Angstdelirium (bei Epilepsie evtl. in Gewalttätigkeit umschlagend). Angststörungen zählen zu den affektiven Störungen. Durch eine gezielte Behandlung wie z.B. eine individuell angepasste kognitive Verhaltenstherapie können die Symptome oft massiv reduziert oder gar ganz zum Verschwinden gebracht werden.

Im TV Beitrag von SWR Odysso berichten eine ehemalige Patientin und der Ärztliche Direktor unserer Klinik, Prof. Dr. Michael Berner über Angststörungen und deren Behandlungsmöglichkeiten.


Anorexia nervosa / Magersucht

Kennzeichnend für die Anorexie (Magersucht) ist Untergewicht durch absichtlichen Gewichtsverlust. Typisch sind zudem selbst herbeigeführtes Erbrechen oder Abführen, übermäßige körperliche Aktivitäten und Gebrauch von Appetitzüglern. Zentral ist der Gedanke zu dick zu sein, trotz offensichtlichem Untergewicht. Der Anorexia (Magersucht) liegt ein gestörtes Körperbild zugrunde. Meist sind Mädchen im Pubertätsalter und junge Frauen betroffen.


Aufmerksamkeitsdefizitstörungen (ADS, ADHS)

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADS / ADHS), die auch als Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom oder Hyperkinetische Störung (HKS) bezeichnet wird, ist eine bereits im Kindesalter beginnende psychische Störung. Die ADS /ADHS zeichnet sich durch Probleme mit der Aufmerksamkeit sowie Impulsivität und häufig auch Hyperaktivität aus. Die Symptome können mit unterschiedlicher Ausprägung bis in das Erwachsenenalter hinein fortbestehen.
Haben Sie weitere Fragen? Wir stehen Ihnen selbstverständlich zur Verfügung. Gerne empfangen wir Sie auch zu einem Vorgespräch mit einem unserer Ärzte vor Ort. Interessierten Betroffenen senden wir gerne auch weitere Informationen über ADHS im Erwachsenenalter zu, die über diese Aufmerksamkeitsstörung aufklären. Senden Sie uns hierzu eine Mail mit dem Stichwort „ADHS bei Erwachsenen“ an info@rhein-jura-klinik.de.


ADHS Erwachsene

Wir erhalten immer wieder Anfragen von Patienten mit der Frage, ob wir auch erwachsene Patienten mit ADHS behandeln. Viele Patienten sind durch Berichte in den Medien verunsichert. Es wird von Modediagnose oder von Fehldiagnosen geschrieben. Unsere leitenden Ärzte sind seit Jahren zum Teil in der Forschung (Arbeitsgruppe der Freiburger Universität) und /oder in der Behandlung von Patienten und Fortbildung von Therapeuten und Ärzten tätig.

ADHS wächst sich gegen vorherrschende Meinung nicht mit dem Erwachsenenalter aus, sondern zeigt bei mehr als 50% der betroffenen Menschen noch erhebliche Auswirkungen im Erwachsenenalter. Häufig wurde die Diagnose ADHS nicht im Kindesalter gestellt. Zu uns kommen Menschen, die seit Jahren der Meinung sind, diese im Alltag erlebten Einschränkungen gehörten irgendwie zu ihrem Charakter („zerstreuter Professor“, „Chaosprinzessin“). Erst über die Diagnosestellung ihrer Kinder entdecken sie Gemeinsamkeiten und neue Erklärungsansätze für diese Handicaps. Häufig haben sie schon Jahre Erfahrung mit Psychopharmaka und Psychotherapien unter der Diagnose Depression oder Angststörung gemacht, ohne dass sich grundlegend etwas geändert hat.

Für diese Erwachsene mit ADHS bieten wir in unserer Klinik ein spezielles Therapieangebot an. Entsprechend unserem Leitsatz geht es bei dieser störungsspezifischen Psychotherapie darum, mit ihnen zusammen in Einzel- und Gruppentherapien an ihren individuellen Therapiezielen zu arbeiten. Wichtig ist uns, dass sie Ihre individuellen Stärken erkennen, wir nennen das ressourcenorientiert arbeiten. Andererseits möchten wir Hilfen an die Hand geben, mit denen sie ihre erlebten Verhaltensdefizite korrigieren können. Zum Einsatz kommen dabei Elemente der Psychoedukation (störungsspezifische Informationsvermittlung), etablierte Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie und Methoden der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT).

Durch die Kooperation mit der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie an der Freiburger Universitätsklinik können Erwachsene mit ADHS sicher sein, dass unsere Konzepte dem neuesten Stand der Forschung entsprechen und regelmäßig weiter entwickelt werden. Die Arbeitsgruppe der Freiburger Universität leitet entsprechende bundesweite Psychotherapie-Forschungs-Projekte.

Haben Sie weitere Fragen? Wir stehen Ihnen selbstverständlich zur Verfügung. Gerne empfangen wir Sie auch zu einem Vorgespräch mit einem unserer Ärzte vor Ort. Interessierten Betroffenen senden wir gerne auch weitere Informationen über ADHS im Erwachsenenalter zu, die über diese Aufmerksamkeitsstörung aufklären. Senden Sie uns hierzu eine Mail mit dem Stichwort „ADHS bei Erwachsenen“ an info@rhein-jura-klinik.de