Abhängigkeitserkrankungen

Alkoholgefährdung/Alkoholabhängigkeit, Medikamentenabhängigkeit, Missbrauch von illegalen Drogen etc. haben vielfältige Ausprägungen. Allen gemeinsam ist, dass sie den Betroffenen in einen Teufelkreis aus Verlangen nach dem Suchtstoff zur Befriedigung, Kontrollverlust, Fortführung des schädigenden Verhaltens, soziale Isolierung bis hin zum finanziellen Ruin bringen.

Für viele Menschen ist der Alkohol oder  Tabletten ein Versuch, ihre Probleme zu überdecken. Aus dem Wunsch, abzuschalten oder schlafen zu können, entwickelt sich ein problematischer  Konsum, in dem nicht mehr der Genuss im Vordergrund steht. Bei sensiblen Menschen kann sich daraus eine erhöhte Toleranz entwickeln, sodass mehr konsumiert werden muss, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Darüber hinaus fällt es zunehmend schwer, die Kontrolle über den Konsum zu behalten, sodass mehr (in kürzerer Zeit) konsumiert wird. Der Problemlöser Alkohol wird damit zunehmend selbst zum Problem. Interessen werden aufgegeben, Hobbys vernachlässigt, partnerschaftliche Auseinandersetzungen oder Probleme beim Arbeitsplatz oder mit dem Führerschein in Kauf genommen. Viele Betroffene gelangen in einen Teufelskreis der Sucht, aus dem sie allein nicht mehr herausfinden.

Gleichzeitig ist das Thema sehr stark stigmatisiert. Viele Patienten reden nicht über ihre Probleme, aus Angst vor den Konsequenzen in ihrem Umfeld. Ein erster wichtiger Schritt ist es deshalb, sich dem Thema zu stellen und Hilfe zu suchen. Bei der Therapie gilt es zum einen körperliche Entzugssymptome zu überwinden und mit medikamentöser Hilfe abzumildern. Darüber hinaus ist eine psychotherapeutische Auseinandersetzung mit den Auslösern und Gründen für den Substanzkonsum unerlässlich, um im nächsten Schritt einen Umgang mit diesen Alltagssituationen zu erlernen.

Für viele Patienten stellt die Rückkehr in alltägliche Situationen, in denen sie mit Alkohol in Kontakt kommen können, vor große Herausforderungen. In individuellen Gesprächen wird gemeinsam die Zeit nach der Behandlung vorbereitet. Ein abstinentes Leben braucht für viele Betroffenen Unterstützung durch ambulante Weiterbehandlung. Auch medikamentöse Optionen stehen zur Verfügung.

Bei den sogenannten nicht stoffgebundenen Süchten - also Spielsucht oder Internetsucht - steht der Abbau von innerer Anspannung durch das Spielen im Vordergrund. Darüber hinaus wollen viele den Spaß und den "Kick“, der das Gewinnen mit sich bringt, immer wieder erleben. Nicht jeder wird abhängig, aber auch hier können empfindliche Menschen die Kontrolle verlieren. Es wird dann nur noch gespielt, um die Verluste auszugleichen, was zunehmend weniger Geld gelingt. Auch hier wird der eigentliche Spaß an der Beschäftigung verloren, sodass das Spielen zum Selbstweg wird. Oft werden hohe Schulden angehäuft, oder die Betroffenen ziehen sich völlig in ihre Spielerwelt zurück und vernachlässigen Familie und Freunde. Ähnlich wie bei den substanzgebunden Süchten verursacht das Unterlassen des Spielens unangenehme Zustände, quasi wie Entzugssymptome. In der Behandlung gilt es - neben der Motivation zur Auseinandersetzung und zum verantwortungsvollen Umgang mit dem Spielen - die Gründe und Motive zu verstehen. Manchmal ist auch die Trennung vom Umfeld notwendig, um Techniken zu erlernen, mit dem Verlangen zu Spielen umzugehen, bevor man diese im Alltag anwenden kann

Ein weiteres wichtiges Thema ist das Erkennen und Behandeln einer möglichen psychiatrischen Komorbidität. So können sich unter der Oberfläche der Sucht Angsterkrankungen, ADHS, Depressionen, bipolare Erkrankungen oder Schlafstörungen verbergen. Die Behandlung dieser Erkrankungen ist eine wichtige Voraussetzung, langfristig die Suchtproblematik in den Griff zu bekommen.

Artikel von Dr. med. Andreas Jähne zum Thema "Wann wird Daddeln zum Problem?"
Alkoholismus
Alkoholismus ist eine von vielen Suchterkrankungen, die wir in der Rhein-Jura Klinik behandeln.

Bin ich gefährdet?

mögliche Abhängigkeitserkrankungen
  • Alkoholabhängigkeit
  • Spielsucht
  • Internetsucht
  • Medikamentenabhängigkeit
  • etc.