Gespaltene Persönlichkeit

Dissoziative Erkrankungen und Symptome

Dissoziative Symptome treten im Rahmen verschiedener psychischer Erkrankungen, insbesondere bei der Borderline-Erkrankung und der posttraumatischen Belastungsstörung auf. Betroffene fühlen sich häufig entfremdet, wie in Watte gepackt, haben das Gefühl neben sich zu stehen oder nicht richtig da zu sein und häufig Erinnerungslücken, sodass sie sich an Zeiten, in denen sie dissoziiert waren, teilweise nicht mehr richtig erinnern können. Der Begriff Dissoziation kommt aus dem Lateinischen von dissociare = schneiden/ trennen und bedeutet, dass bestimmte Teile des Bewusstseins abgetrennt/abgespalten sind. Zum Beispiel ist es nach traumatischen Erfahrungen häufig nicht mehr möglich, sich an alle Details zu erinnern. Die Dissoziation ist bei traumatischen Erlebnissen auch ein wichtiger Mechanismus, der dem Überleben dienen kann, wenn zum Beispiel unwichtige Nebenaspekte einer Gefahrensituation ausgeblendet werden können. Jedoch werden dissoziative Phänomene zum Problem, wenn sie im Alltag auftreten, in Situationen, in denen dies hinderlich ist. Insbesondere Menschen mit frühen traumatisierenden Erfahrungen neigen im Alltag zu dissoziativen Phänomenen, die sie  stark einschränken können. Bei der Dissoziation  unterscheiden wir ein breites Spektrum von normalen Alltagsphänomenen, die bei uns allen vorkommen, bis hin zur dissoziativen Identitätsstörung mit mehreren abgespaltenen Persönlichkeiten in einer Person, die einander nicht kennen.

In der Rhein Jura Klinik werden dissoziative Symptome und Erkrankungen insbesondere mit Methoden aus der dialektisch- behavioralen Therapie nach Marsha Linehan behandelt. Den Betroffenen werden wirksame Fertigkeiten vermittelt, um sich die Kontrolle über die Dissoziationen zurückzuerobern. Hierbei handelt es sich insbesondere um Fertigkeiten (sogenannte Skills) aus den Bereichen Achtsamkeit, Gefühlsregulation und Stresstoleranz. Psychotherapeuten, Pflegekräfte, Ärzte und Körpertherapeuten arbeiten hier eng zusammen, um unsere Patienten zu unterstützen. Wenn die Betroffenen in der Lage sind die Dissoziationen zu kontrollieren, ist häufig in einem weiteren Schritt auch die Bearbeitung zugrunde liegender traumatischer Lebenserfahrungen hilfreich.

"Traumatisierende Erlebnisse können dazu führen, dass die Eindrücke zu stark sind um sie auszuhalten"

Dr. med Andreas Jähne

stellvertretender ärztlicher Direktor der Rhein-Jura Klinik
Rhein-Jura Klinik Bad Säckingen

Dr. med. Andreas Jähne