Angststörungen und ihre Ursachen – warum äußert sich Angst bei manchen Menschen in übersteigerter Form?

Angststörungen und ihre Ursachen – warum äußert sich Angst bei manchen Menschen in übersteigerter Form?

Angst gehört zu unserem Leben. Doch sie kann eine übersteigerte Form annehmen und außer Kontrolle geraten. Hier finden Sie ausführliche Informationen über die Ursachen von Angststörungen.

Angst hat einen natürlichen Hintergrund und ist ein urmenschliches Gefühl. Diese Emotion unterstützt uns dabei, Gefahren zu erkennen, mahnt uns zur Vorsicht und kann lebensrettend sein. Angst oder Furcht hilft uns, die nötige Energie zu entwickeln, um Schutzmaßnahmen zu ergreifen und unsere Kräfte zu mobilisieren: die Muskeln spannen sich an, das Herz schlägt schneller, Stresshormone werden ausgeschüttet, Körper und Geist sind hochkonzentriert und einsatzbereit. Nach überstandener Gefahr klingt die Stressphase wieder ab und Entspannung stellt sich ein.

Wann ist Angst krankhaft?

Sobald Ängste die Gefühlswelt dauerhaft belasten, den Alltag stark beeinträchtigen und die Handlungsfähigkeit einschränken ist es Zeit, ihnen auf den Grund zu gehen. Denn sie können Anzeichen für eine ernsthafte Angststörung sein. Das Risiko, im Laufe eines Lebens an einer solchen Angststörung zu erkranken liegt nach internationalen Studien zwischen 14 % und 29 % (S3 Leitlinie: Behandlung von Angststörungen). Damit sind Angststörungen die häufigste psychische Erkrankung, gefolgt von der Depression.

Genetische Ursachen für Angststörungen

Ob sich bei einem Menschen Angst in übersteigerter Form äußert, bestimmt ein Zusammenspiel erblicher, neurobiologischer und psychologischer Faktoren. Genetische Faktoren scheinen für die Entstehung von Angststörungen bedeutsam zu sein. In der Familie eines Betroffenen findet man häufig auch andere Familienangehörige mit einer Angsterkrankung. Bisher konnte kein einzelnes, verantwortliches Gen gefunden werden, so dass man annimmt, dass mehrere Gene Angststörungen verursachen können.

Neurobiologische Ursachen für Angststörungen

Biologische Theorien gehen davon aus, dass bei Menschen mit einer Angststörung das Gleichgewicht von Botenstoffen (Neurotransmittern) im Gehirn gestört ist. Zu den betroffenen Botenstoffen gehören:

  • Serotonin
  • Noradrenalin
  • Gamma-Aminobuttersäure (GABA)

Bei Betroffenen einer Angststörung wurden außerdem Veränderungen in bestimmten Gehirnbereichen festgestellt, die für die Steuerung menschlicher Emotionen zuständig sind.

Psychische Ursachen von Angststörungen

An der Entstehung von Angststörungen können mehrere psychische Faktoren beteiligt sein. Nach der Lerntherapie verstärken negative Lernerfahrungen die Entstehung und Aufrechterhaltung von Ängsten. Betroffene lernen durch eine positive Erfahrung nicht, dass ihre Angst unbegründet ist, weil sie angstauslösende Situationen vermeiden.

Tiefenpsychologische Theorien besagen, dass Ängste besonders bei Menschen entstehen, die in der Kindheit schmerzhafte Trennungserfahrungen gemacht haben. Nach dieser Theorie führt vor allem die unbewusste Angst, alleine gelassen zu werden oder die Zuneigung anderer Menschen zu verlieren zur Entstehung von Phobien oder Angsterkrankungen. Andere Ansätze gehen von einer Auslösung durch verdrängte sexuelle und aggressive Triebimpulse aus. Auch langanhaltende und stressreiche Belastungen gelten als Risikofaktoren für die Entstehung einer Angststörung.

Therapie von Angststörungen

Je früher sich eine Person mit einer Angststörung in Therapie begibt, desto größer ist die Chance auf Heilung. In der Regel lässt sich eine Angststörung gut behandeln. Als besonders wirkungsvoll hat sich eine Kombination aus medikamentösen und psychotherapeutischen Ansätzen erwiesen.

Bei uns erhalten Sie eine auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Therapie. Wir beraten Sie gerne ausführlich zum Thema Angststörungen und entscheiden gemeinsam mit Ihnen, welche Behandlung infrage kommt. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail: info@rhein-jura-klinik.de.