Asperger-Syndrom: die milde Form von Autismus

Asperger-Syndrom: die milde Form von Autismus

Das Asperger-Syndrom ist eine Kontakt- und Kommunikationsstörung und zählt zum autistischen Formenkreis. Typisch für diese Störung des Autismus-Spektrums* sind Einschränkungen im Interaktionsverhalten, mangelndes Einfühlungsvermögen, intensive (Spezial-)Interessen und das Festhalten an Gewohnheiten und Ritualen. Das Syndrom zählt zu den schwerwiegenden Entwicklungsstörungen (neben dem frühkindlichen Autismus, dem Rett-Syndrom und dem atypischen Autismus). Es ist neurologisch fundiert und die Ursache meist unbekannt.

 

Symptome Asperger-Syndrom

Woran erkenne ich, dass jemand verärgert ist? Wann sollte man leise sprechen, wann lieber gar nicht? Und in welchen Situationen sollte man seine Meinung lieber für sich behalten?

 

Betroffene leiden unter einer verminderten Fähigkeit, nonverbale Signale bei anderen Personen intuitiv zu erkennen – trotz meist erheblicher Intelligenz. Dadurch sind sie in ihren sozialen Interaktionsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Asperger Autisten können sich nicht in andere Menschen hineinversetzen und haben generell eher wenig Interesse an ihnen. Dafür bestehen umso stärkere (Spezial-)Interessen in Bereichen wie Mathematik, Geschichte, Geographie oder anderen wissenschaftlichen Teilbereichen.

 

Je nach Ausprägung der Symptome kann ein Asperger Autist ein fast normales Leben führen, ein anderer benötigt dafür lebenslange Unterstützung.

 

Betroffene haben Schwierigkeiten in diesen drei Bereichen:

 

  • soziale Kommunikation
  • soziale Interaktion
  • soziales Verständnis

 

Häufig tritt das Syndrom zusammen mit ADHS, Zwängen oder Tics auf. Innerhalb der lebensgeschichtlichen Entwicklung eines Betroffenen verändern sich die Symptome, dominieren oder treten zurück. Der essentielle Aspekt des Asperger-Syndroms bleibt jedoch ein Leben lang erhalten.

 

Diagnose

In der Regel zeigen sich die ersten Symptome bei Kindern nach dem 3. Lebensjahr. Der Kinderarzt verweist die Eltern bei Verdacht häufig an einen Kinder- und Jugendpsychiater. Diesem helfen insbesondere die Vorgeschichte, als auch der Entwicklungsstand des Kindes dabei, die Diagnose zu treffen.

 

Wird eine Person erst im Erwachsenen-Alter mit der eigenen Störung konfrontiert, gibt es spezielle Fragebögen, die bei der Diagnose helfen (z.B. „Adult Asperger Assessment” (AAA), Autismus-Spektrum-Quotient (AQ)). Der Arzt wird darüber hinaus auch Eltern und Geschwister zu Rate ziehen und das Verhalten des Patienten beurteilen.

 

Therapie

Asperger Autismus ist nicht heilbar, Betroffene können aber gezielt gefördert werden.

 

Nicht jeder Betroffene muss in Therapie. Viele Asperger Autisten sind gut in der Lage, sich sozial anzupassen, einen Beruf auszuüben oder eine Partnerschaft einzugehen. Auch wenn sie für ihre Mitmenschen manchmal sonderbar erscheinen mögen.

 

Sind die Symptome jedoch stark ausgeprägt, ist der frühe Beginn einer Therapie wichtig. Es handelt sich meist um eine Langzeittherapie. Verhaltenstherapeutische Maßnahmen bieten die Möglichkeit, die individuellen Stärken des Kindes zu fördern und seine sozialen Fähigkeiten zu verbessern. Ziel ist es, dass das Kind oder der Jugendliche lernt, sich in sozialen Situationen anpassen zu können, so dass der Schulbesuch und das Absolvieren einer Ausbildung möglich werden.

 

Medikamente kommen beim Asperger-Syndrom nur selten zum Einsatz.

 

*Autismus wird oft als „Spektrum“ bezeichnet, da die Übergänge fließend sind: manche Menschen sind stark autistisch, andere Betroffene zeigen nur milde Symptome.

 

Wenn Sie die Vermutung haben, am Asperger-Syndrom zu leiden: wenden Sie sich an einen Arzt! Aufgrund der schwierig abzugrenzenden und zu treffenden Diagnose sollte das Asperger-Syndrom immer durch einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie diagnostiziert werden.