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Psychische Erkrankungen bei jungen Erwachsenen:

Wie kann ich meinem Kind helfen?

1. August 2018 / In junge Erwachsene

Psychische Erkrankungen bei Jugendlichen: Wie kann ich meinem Kind helfen?

Auf einmal ist in der Familie nichts mehr so, wie es eben noch war: Kristin (17), zählt jede Kalorie, weil sie sich zu dick fühlt und ist doch nur noch Haut und Knochen. Jan (18) wirkt irgendwie apathisch, daddelt Nächte durch auf seinem PC und reagiert aggressiv, wenn wir ihn darauf ansprechen. Matthias (21) schmeißt nach drei Semestern unerwartet sein Medizinstudium, verkriecht sich in seiner Bude und traut sich nicht mehr auf die Straße hinaus.

Wenn Eltern feststellen müssen, dass ihr Kind sich plötzlich nicht mehr normal verhält, nicht mehr den altersgerechten Erwartungen entspricht, ist es für sie zumeist ein Schock. „Was haben wir bloß falsch gemacht?“ ist oft die erste Reaktion. Dann kommen Angst und Vorwürfe:
„Du verbaust dir gerade dein ganzes Leben!“

Für Angehörige psychisch kranker Menschen ist es schwierig zu akzeptieren, dass jemand, der ihnen nahesteht, an einer psychischen Erkrankung leiden könnte, die professionelle Hilfe erfordert. Das gilt besonders für Eltern: Denn ihre Kinder bleiben ihre Kinder, ein Leben lang. Ganz gleich, wie alt sie sind.

Psychische Erkrankungen bei Jugendlichen sind häufiger als man denkt

Herzlich willkommen in der Rhein-Jura Klinik. Wir sind ein Fachzentrum für Stressmedizin, psychosomatische Störungen und medizinische Psychiatrie. Unser Therapeutenteam bietet Hilfe für psychisch kranke junge Erwachsene ab 18 Jahren an. Diese Psychotherapie, die auf der kognitiven Verhaltenstherapie basiert, wurde speziell für jüngere Menschen entwickelt, die sich vom Leben überfordert fühlen und Unterstützung zur Bewältigung ihres Erwachsenwerdens benötigen. Durch die Kooperation unserer Jugendpsychiatrie mit dem Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim, sind unsere Therapeuten stets auf dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung.

Als Angehörige psychisch erkrankter Menschen möchten wir Ihnen hier eine Übersicht geben, über

  • die am häufigsten auftretenden seelischen Störungen und psychischen Erkrankungen bei jungen Erwachsenen, die wir in unserem Fachzentrum behandeln
  • Risikofaktoren, abnormes Verhalten und Warnzeichen
  • den aktuellen Stand der Jugendpsychiatrie und Gehirnforschung
  • die Möglichkeiten der stationären Behandlung psychisch kranker junger Erwachsene

Auffälligkeiten und Warnzeichen: Je früher eine seelische Störung erkannt wird, desto höher sind die Heilungschancen

Gleichzeitig möchten wir Ihnen Mut machen: Zum Glück gehen die meisten seelischen Störungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen wieder vorbei und es kommt gar nicht erst zu einer psychischen Erkrankung. Darüber hinaus können viele Störungen wie das ADHS-Defizit (Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätsstörung), HKS (Hyperkinetisches Syndrom) und psychische Erkrankungen bei Jugendlichen, wie Depressionen, Essstörungen, selbstverletzendes Verhalten („Ritzen“) oder Phobien, im Frühstadium sehr erfolgreich behandelt werden. Das wird durch zahlreiche Studien belegt.

Bleiben jedoch erste Warnzeichen einer psychischen Erkrankung bei Jugendlichen unbemerkt und somit unbehandelt, können sich daraus ernsthafte Gesundheitsbeschwerden entwickeln, an denen Ihr Kind unter Umständen sein Leben lang leidet. Angehörige gefährdeter junger Menschen haben daher eine wichtige Aufgabe: Sie bemerken Warnzeichen * und Auffälligkeiten im Verhalten ihrer Kinder in der Regel als erste.

Seelische Störungen und psychische Erkrankungen können jeden betreffen. Wie eine Grippe

Deshalb möchten wir Sie als Angehörige psychisch erkrankter Menschen dazu ermuntern, sich im Falle eines begründeten Verdachts so schnell wie möglich professionellen Rat zu holen oder sich über ein bereits diagnostiziertes Krankheitsbild ihres Kindes näher zu informieren. Das muss niemandem peinlich sein: Ganz gleich, ob es sich um ein Beratungsgespräch oder eine Therapie handelt: Es geht um Vorsorge und die Unterstützung der psychischen Gesundheit Ihres Kindes.

Unsere Akut-Telefonnummer lautet: +49 7761 5600-830 oder nutze unser Kontaktformular

Was Angehörige psychisch kranker Jugendlicher und junger Erwachsener unbedingt wissen sollten

Warum sind junge Menschen im Alter zwischen 11 und 21 Jahren so anfällig für seelische und psychische Erkrankungen? Neueste Studien zeigen, dass ein natürliches (!) biologisches Ungleichgewicht mit hoher Sicherheit dafür verantwortlich ist, dass manche junge Menschen während der Pubertät besonders labil sind. So weiß man heute, dass bei Jugendlichen, die sich ritzen, der sogenannte Mandelkern (Amygdala), der im Gehirn für die Bewertung von Emotionen zuständig ist, besonders intensiv arbeitet. Forscher gehen davon aus, dass in dieser Altersspanne das limbische System und das Belohnungssystem, die unsere Emotionen „verwalten“, stärker ausgeprägt sind als die Areale, die für die Steuerungs- und Kontrollfunktionen (die „Vernunft“) sorgen.

Mittlerweile steht ebenfalls fest, dass sich das Gehirn bis ins Erwachsenenalter stetig wandelt. Wenn man als Erwachsener an einer Depression leidet, dann war diese mit hoher Wahrscheinlichkeit schon im Jugendalter vorhanden. Auch Psychosen galten noch bis vor Kurzem als Domäne der Erwachsenen-Psychiatrie. Die ersten Symptome dieser sehr ernsthaften psychischen Erkrankung treten jedoch zumeist schon bei Jugendlichen zwischen dem 17. und dem 19. Lebensjahr auf.

Umdenken: Eine seelische Störung kann jeden treffen

Wir glauben, dass ein besseres Verständnis neurobiologischer Zusammenhänge der Stigmatisierung psychischer Erkrankungen durch die Gesellschaft entgegenwirkt. Vor allem aber führt es zu
effizienterer Hilfe für psychisch kranke junge Erwachsene, wenn sie lernen, ihre Hirnfunktionen in künftigen Krisensituationen besser zu steuern.

Wodurch seelische Störungen und psychische Krankheiten bei Jugendlichen begünstigt werden

Wenn innerhalb der Familie bereits psychische Erkrankungen aufgetreten sind, können diese vererbt werden. Das heißt jedoch nicht, dass die jungen Erwachsenen zwingend psychisch erkranken. Dafür kommen weitere Faktoren ins Spiel. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene müssen gravierende Veränderungsprozesse ihres Körpers verkraften und sich in ihre Geschlechterrollen einfinden. In der Pubertät lösen sie sich von ihrem Elternhaus, testen ihre Grenzen aus und bauen sich ein eigenes Lebensumfeld auf. Gleichzeitig kann die hohe Erwartungshaltung der Eltern und der Gesellschaft, eine Zukunftsperspektive zu entwickeln und mehr Verantwortung zu übernehmen, junge Menschen überfordern. Dies kann erste seelische Störungen hervorrufen – auch ohne eine genetische Vorbelastung.

Seelische Störungen entstehen zumeist durch ein unheilvolles Zusammenspiel mehrerer Faktoren

Weitere Auslöser für psychische Erkrankungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind häufig

  • belastende Kindheitserlebnisse wie etwa die Trennung oder der Tod von Vater oder Mutter
  • seelischer und körperlicher Missbrauch
  • der wachsende Leistungsdruck in der Schule, im Studium und im Beruf
  • Liebeskummer und Probleme mit der Sexualität
  • negative Erfahrungen mit Mobbing in der realen Welt oder im Netz
  • der risikofreudige Konsum von Alkohol und Drogen und die exzessive Nutzung des digitalen
    Angebots (Internetsurfen, Spielen)
  • Einsamkeit aufgrund eines Ortswechsels (Ausbildungs- oder Studienplatz)
  • Rückzug, soziale Isolation und ein gestörter Tages-Nacht-Rhythmus

Unsere Akut-Telefonnummer lautet: +49 7761 5600-830 oder nutze unser Kontaktformular

Junge Menschen sprechen nicht gern über ihre Probleme

Problematisches Verhalten in der Pubertät ist belastend, aber nicht immer ein Grund zur Sorge. Doch wenn sich das Verhalten von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (mit oder ohne erkennbare Ursache) plötzlich und massiv ändert, kann dies ein Warnzeichen für eine seelische Störung oder eine psychische Erkrankung sein. Wenn Eltern dann versuchen, mit ihrem Kind über diese offensichtlichen Probleme zu sprechen, bekommen sie keine Antworten. Denn Jugendliche und junge Erwachsene können sich meisterhaft verstellen. Sie tun sich sehr schwer damit, Probleme zuzugeben, falls sie sich überhaupt bewusst sind, welche zu haben.

Wie wir die häufigsten seelischen Störungen und psychischen Erkrankungen bei Jugendlichen behandeln

In der Rhein-Jura Klinik erhalten junge Erwachsene stationäre Hilfe bei den am häufigsten auftretenden seelischen Störungen und psychischen Krankheiten. Dabei arbeiten unsere Patienten immer im Team mit ihren Therapeuten und Ärzten. Das gemeinsame Ziel muss es sein, die Therapie bis zum Ende durchzuhalten, um später, wenn auch die ambulante Nachsorge endet, mental stabil zu leben, und nicht wieder in alte Verhaltensmuster zu verfallen.
 
Unsere Klinik für junge Erwachsene ist spezialisiert auf die Behandlung von

  • Angststörungen (davon betroffen sind rund 10 Prozent der Heranwachsenden in Deutschland)
  • sozialen Ängsten
  • von ADHS (darunter leiden sechs Prozent der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen)
  • Depression (die häufigste psychische Erkrankung bei Jugendlichen; sie birgt das höchste
    Suizidrisiko)
  • Abhängigkeitserkrankungen
  • emotionaler Instabilität
  • posttraumatischen Belastungsstörungen)

Darüber hinaus therapieren wir das Borderline-Syndrom bei jungen Erwachsenen.

Allgemein gilt, dass Mädchen vorwiegend an introversiven Störungen wie Depression, dem Angstsyndrom und Essstörungen leiden. Sie verletzen sich auch häufiger selbst als Jungen. Diese wiederum kämpfen hauptsächlich mit extroversiven Störungen: Sie verstoßen gegen soziale Regeln, reagieren aggressiv und trotzig, wenn man sie anspricht; sie neigen zu verbalen und körperlichen Gewaltausbrüchen, da sie ihre Emotionen kaum oder gar nicht kontrollieren können.

Wohngruppe statt Krankenhaus

Es hat sich in der Jugendpsychiatrie bewährt, unsere jungen Klienten aus ihrem täglichen Umfeld herauszulösen. Wenn ihr Kind zustimmt, können engste Angehörige selbstverständlich in die Therapie einbezogen werden.
 
Unsere Rhein-Jura Klinik befindet sich in Bad Säckingen, einer attraktiven und gut erschlossenen Kleinstadt in der heilsamen Umgebung des Schwarzwalds. Hier können unsere jungen Patienten zur Ruhe kommen und wieder einen normalen Alltag erlernen.

Die Ziele einer Therapie bestimmen die Dauer des Aufenthalts

Während seines normalerweise sechs- bis zwölfwöchigen Aufenthalts bei uns lebt Ihr Kind in einer Wohngruppe gleichaltriger Patienten in einem Doppelzimmer. Die Arbeit in der Gruppe ist das Fundament einer erfolgreichen, nachhaltigen und zeiteffektiven Therapie – denn die Mitglieder stützen sich gegenseitig. Dazu gehören auch Übungen zum Lernen von Strukturen: Wie man beispielsweise einen Lebensplan aufstellt oder wie man Bewerbungsgespräche oder ein Haushaltsbuch führt. Außerdem unterstützen wir Ihr Kind zusätzlich mit fachspezifischen Ergo-, Sport und Musiktherapien. Überdies leistet unsere Sozialberatung Ihrem Kind bei allen Berufs-, Ausbildungs- und Antragsstellungsfragen Hilfestellung und gibt praktische Tipps bei psychosozialen oder sozialrechtlichen Fragen wie zum Beispiel der Wiedereingliederung in den Beruf.

Auch ihre Freizeit verbringen unsere jungen Patienten vorwiegend in der Gruppe. Es gibt eine großzügige „Chill-Zone“ zum Relaxen, ein umfassendes Medien- und Sportangebot (von Bogenschießen über Bouldern bis hin zu Slackline und Volleyball – siehe Infokasten unten). Unsere Patienten essen zusammen und bereiten sich auch regelmäßig selbst gemeinsame Mahlzeiten zu.

Wir unterstützen die Psychotherapie Ihres Kindes mit einem individuellen Sportgramm

Viele psychische Erkrankungen gehen mit innerer Unruhe, Anspannung oder auch Antriebslosigkeit einher. Mit gezieltem individuellen Sport- und Bewegungstraining können die betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen leichter wieder das Gefühl bekommen, durch eigenes Handeln etwas bewirken zu können. Regelmäßiges Fitnesstraining senkt außerdem nachweislich das Risiko von Depressionen, Angststörungen oder Abhängigkeitserkrankungen und verringert die Gefahr, nach einer erfolgreichen Therapie wieder in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Zum regulären Behandlungsangebot der Rhein-Jura Klinik gehört daher auch eine individuelle Sporttherapie für Ihr Kind – von „indoor“ bis „outdoor“, von gruppenfördernden Volleyball in unserer voll ausgestatteten Turnhalle über konzentrations- und selbstwertförderndes Slacklinen und Bogenschießen bis hin zum Hiken und Mountainbiken. Gerade der Südschwarzwald rund um Bad Säckingen ist bekannt für seine zahlreichen fantastischen Strecken, die es in jeder Kategorie gibt – für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis. Die meisten unserer Sport- und Fitnessangebote sind gruppengeeignet. Das „Wir-Gefühl“ kann die positive Wirkung von Sport für die stationäre Psychotherapie Ihres Kindes verstärken.

Ihr direkter Draht zu uns

Die Dauer einer Therapie hängt immer von den gewünschten Zielen ab, die wir mit unseren Patienten festlegen. Sie kann daher nach Absprache mit den behandelnden Ärzten und Therapeuten kürzer, aber auch länger ausfallen. Hier erhalten Sie weitere Informationen, z.B. zur Kostenübernahme einer stationären Behandlung in unserem Hause.

Unsere Akut-Telefonnummer für Angehörige von psychisch kranken Jugendlichen und jungen Erwachsenen lautet: +49 7761 5600-830

Oder Sie nutzen unser Kontaktformular. Wir melden uns dann umgehend bei Ihnen.

Ihr Team der Rhein-Jura Klinik

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