Vortrag: "Schlaf, Schlaflosigkeit und psychische Erkrankungen" [3 CME]

Wed, 15.06.2016 16:30 - 19:00 Referent: Prof. Dr. rer. soc. Dipl.-Psych. Dieter Reimann, Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Im Forum der Rhein-Jura Klinik in Bad Säckingen

 

Seit etwa 50 Jahren gibt es eine intensive wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Veränderungen des Schlafs bei psychischen Erkrankungen. Initial ging man davon aus, dass z.B. depressive Erkrankungen durch sehr spezifische Veränderungen, insbesondere des REM-Schlafs (Verkürzung der REM-Latenz), gekennzeichnet sind. Die Hoffnungen darauf, damit einen differentialdiagnostischen Marker für den endogenen/melancholischen Subtypen der Depression zur Verfügung zu haben, ließen sich jedoch nicht einlösen. Es zeigten sich Veränderungen des REM-Schlafs auch bei anderen Formen der Depression sowie bei anderen psychischen Erkrankungen, wie etwa der Schizophrenie. Eine eigene meta-analytische Untersuchung polysomnographischer Schlafdaten bei psychischen Erkrankungen konnte nun zeigen, dass Veränderungen der Schlafkontinuität, wie etwa Einschlaf- oder Durchschlafstörungen, einen transdiagnostischen Mechanismus für fast alle psychischen Erkrankungen mit Ausnahme der ADHD darstellen. Auf der anderen Seite wissen wir, dass Insomnien durch ein chronisches Hyperarousal gekennzeichnet sind, das mit Veränderungen autonomer und zentralnervöser Parameter einhergeht. Eigene Untersuchungen haben dies auf vielen verschiedenen Ebenen bestätigt, inklusive Neuroimaging-Untersuchungen. Wir postulieren nun, dass insomnische Symptome bzw. das Krankheitsbild der Insomnie einen Risikofaktor darstellen psychisch zu erkranken, insbesondere an einer Depression. Damit kommt der Behandlung von Insomnien nicht nur ein therapeutischer, sondern auch ein präventiver Aspekt zu. Ein Überblick über die gängigen Behandlungsverfahren, insbesondere im Hinblick auf die sogenannte kognitive Verhaltenstherapie für Insomnien wird gegeben.

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