VORTRAG: Das vermeintlich starke Geschlecht - Was ist dran an der Männer-Depression? [3 CME beantragt]

Mi, 27.03.2019 16:30 - 19:00 Referent: Prof. Dr. Anne Maria Möller-Leimkühler Rhein-Jura Klinik

Prof. Dr. Anne Maria Möller-Leimkühler

Angesichts der systematischen Unterdiagnostizierung von Depression bei Männern und ihrer hohen Suizidrate hat das Konzept der männlichen Depression in den letzten Jahren international an Aufmerksamkeit gewonnen. Es geht davon aus, dass depressive Männer zwar auch unter den klassischen Kernsymptomen leiden können, diese aber häufig durch externalisierende Symptome/Verhaltensmuster überlagert werden, die nicht als depressionstypisch gelten und von der traditionellen Depressionsdiagnostik nicht berücksichtigt werden. Neben diesem diagnostischen Genderbias werden weitere Hintergründe der Männerdepression diskutiert: typisch männliche Stressverarbeitungsstrategien und Maskulinitätsnormen, die den Zugang zu Emotionen behindern. Die aktuelle Forschung fokussiert schwerpunktmäßig auf den Zusammenhang von Depression und Maskulinität sowie auf die Entwicklung gendersensitiver Depressionsscreenings, die klassische Symptome und externalisierendes Verhalten integrieren. Erste Ergebnisse eines von der Autorin entwickelten Screeninginstruments werden vorgestellt.

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